Ihren – Viele Menschen treiben Sport, um sich fit zu halten. Doch vor allem der Breiten- und Gesundheitssport, der häufig in Sporthallen betrieben wird, war aufgrund der Corona-Krise lange Zeit gar nicht möglich oder ist immer noch mit Auflagen verbunden. Der Sportverein Fresena Ihren wollte sich damit nicht abfinden und suchte Möglichkeiten, um seine Mitglieder wieder in Bewegung zu bringen.
Seit einigen Wochen nutzt man bei gutem Wetter die Sportanlage am Patersweg-Süd, um in freier Natur seine Übungen durchzuführen. Dies betrifft die Lungensportgruppe, die Wirbelsäulengymnastikgruppe, die Herzsportgruppen sowie die Damengymnastikgruppe Frauenpower. „Die Fußballer sind bereits seit dem 13. Mai wieder aktiv im Training. Natürlich immer unter Einhaltung der Hygienevorschriften“, sagt Johann Vehndel, Vorsitzender des Mehrspartenvereins. Er ist zugleich der Hygienebeauftragte des Vereins.
Doch bevor der Sportbetrieb überhaupt von der Halle ins Freie wechseln durfte, waren von behördlicher Seite einige Auflagen zu erfüllen. „Wir haben zunächst ein Hygieneteam gegründet, dann nach den Leitlinien des NFV ein Hygienekonzept entwickelt und danach unsere Vereinsmitglieder informiert. Jeder Verband hat für seine Sportart dabei seine eigenen Leitlinien entwickelt, die auch zur Anwendung kamen“, beschreibt Vehndel die genaue Vorgehensweise.
Neben den üblichen Vorschriften wie Handdesinfektion vor und nach dem Sport, Einhaltung der Abstandsregel oder Eintrag in Teilnehmerlisten mussten auch die Gruppen verkleinert werden. Denn nur zwei Gruppen durften gleichzeitig auf
dem Rasen Sport treiben, wobei die Anzahl auf 20 Teilnehmer pro Gruppe beschränkt ist.
So wurden aus drei Herzsportgruppen mit jeweils 15 Teilnehmern zwei Gruppen gemacht. „Es gab natürlich einige besorgte Vereinsmitglieder, die der Herzsportgruppe angehören und zugleich zur Risikogruppe bei der Ansteckung mit dem Covid-19-Virus gehören. Sie wollen die Entwicklung abwarten und erst nach den Sommerferien einsteigen“, sagt Dr. Claus Aßmus, Übungsleiter für Lungen-, Herz-, Rücken- und Wirbelsäulensport sowie betreuender Arzt bei den Übungseinheiten. Bei den Übungsstunden im Freien sind immer zwei Übungsleiter dabei. Einer führt die Übungen durch, der andere überwacht die Einhaltung der Hygienevorschriften.
Neben Dr. Claus Aßmus sind im Bereich des Gesundheitssports hierfür auch noch Siegbert Spekker (Lunge/Rücken/Wirbelsäule), Christina Roskam (Lunge/Wirbelsäule/Pilates), Marion Reuwsaat (Gesundheitsport) sowie Johann Okken (Lunge/Rücken/Herz/Wirbelsäule), Johann Kruse (Herzsport) und Silke Oltmanns (Damengymnastik Frauenpower) zuständig.
Die Damengymnastik-Gruppe hat bereits schon vier Übungsabende auf dem Sportplatz absolviert. „Zu Beginn der Corona-Krise sind wir umgestiegen auf Online-Sport. Dabei haben über das Internet zehn Frauen unserer Gruppe bei den Übungen mitgemacht“, sagt Silke Oltmanns nicht ohne Stolz. Bei schlechtem Wetter weicht man wieder auf das Online-Angebot aus. Silke Oltmanns kann sich durchaus vorstellen, auch nach der Corona-Krise derartige Übungseinheiten über das Internet anzubieten. „Gerade für Frauen, die den Haushalt führen, Kinder versorgen müssen und weder die Wohnung noch das Haus verlassen können, ist das Angebot ideal“, so die Übungsleiterin.
„Unsere Vereinsmitglieder haben den Lockerungen im Breiten- und Gesundheitssport regelrecht entgegengefiebert“, beschreibt Dr. Claus Aßmus die Situation. „Was viele Vereine noch nicht wissen ist, dass der Landessportbund mit einem neuen Förderprogramm Sportvereine unterstützt, die integrative Sportangebote sowie Angebote zur Gesundheits- und Bewegungsförderung im Freien anbieten wollen“, sagt Johann Vehndel. Außerdem wird vom Landessportbund (LSB) die Anschaffung von Materialien zur Einhaltung der Hygienevorschriften und Kontaktbeschränkungen gefördert.


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Artikel aus dem GA vom 07.07.2020 / Foto Holger Weers